Rhabarber-Tiramisù

Vor einiger Zeit habe ich ja hier ein Rezept für klassisches Tiramisù veröffentlicht. Das ist zwar unglaublich lecker, aber nicht so fruchtig-frühlings-frisch, wie um diese Jahreszeit vielleicht bei Euch angesagt.
Deswegen habe ich das Dessert etwas abgewandelt in eine Rhabarber-Variante.
Noch hübscher wird es, wenn Ihr den roten Himbeerrhabarber nehmt, aber den hatte mein lokaler Obstdealer leider noch nicht da. Schmecken tut es aber auch so richtig gut.

rhabarbertiramisu

Zutaten für 4-6 Personen

300 g Rhabarber
1 Päckchen Vanillezucker
250 g Quark (20% Fett)
200 g Frischkäse
80 g Zucker
Löffelbisquits
Orangensaft
1 Handvoll gehobelte Mandeln

Den Rhabarber schälen und in 1 cm lange Stückchen schneiden. Mit 1 EL Wasser in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten köcheln lassen, bis er zerfallen ist. Mit Zucker verrühren. Abkühlen lassen
Quark, Frischkäse und Zucker mit dem Mixer luftig aufschlagen.
Löffelbisquits in eine hübsche Auflaufform legen und mit Orangensaft beträufeln.
Die Frischkäsemasse vorsichtig darüber streichen.
Das Rhabarberkompott in Häufchen darauf verteilen, und dann mit einer Gabel durchziehen, so dass es eine leichte Marmorierung mit der Creme ergibt.

Die Mandeln in einer Pfanne ohne Fett leicht anrösten und dann auf dem Dessert verteilen.

Original italienisches Tiramisù

Würdet Ihr Euch am Wochenende auch gerne ein bisschen Italien-Feeling nach Hause holen? Sonne, ein bisschen Wein, dolce vita und so?

Probiert´s doch mal mit diesem Rezept für Tiramisù. Augen schließen, die Piazza vor dem geistigen Auge und dann genüsslich löffeln…

tiramisu neu

Zutaten für 4-6 Personen (je nachdem, was es vorher schon alles gab…)
etwa 180 ml starker Espresso
40 ml Amaretto
250 g Sahnequark
200 g Frischkäse
70 g Zucker
Löffelbisquits
Kakaopulver

Den Espresso mit Amaretto mischen und etwas abkühlen lassen.
Quark mit Frischkäse und Zucker zu einer glatten Masse verrühren.
Eine eckige Form (etwa 15×20 cm) mit Löffelbisquits auslegen. Mit der Kaffeemischung großzügig beträufeln, so dass die Kekse sich schön vollsaugen, aber kein Kaffee in der Form stehen bleibt.

Die Hälfte der Creme darüberstreichen.
Vorgang wiederholen.

Mindestens 2 Stunden kalt stellen, damit alles schön durchziehen kann. Es kann sogar über Nacht im Kühlschrank bleiben, d.h. man könnte es sogar schon am Vortag zubereiten.
Man kann dieses Tiramisù auch wunderbar in einer großen Form für viele Leute machen. Total unkompliziert.

Kurz vor dem Servieren mit reichlich Kakaopulver bestreuen.

Frischkäsecreme mit Rotweinfeigen

In den vergangenen Wochen hatte ich Euch ja also Hauptgericht schon mal einen Flammkuchen mit Feigen gepostet. Letztes Jahr um diese Zeit gab es einen Salat. Und
um das Feigen-Menü endlich komplett zu machen, bekommt Ihr heute von mir noch ein Dessert-Rezept:
süße Feigen, herbe Rotweinsauce, geschmeidige Frischkäsecreme und knackige Nüsse.

Yummy!

rotweinfeigen

Zutaten für 4 Personen:
250 g Frischkäse
3 EL Zucker
200 g Sahne
4 Feigen
150 ml Rotwein
1 EL Zucker
Mark von 1 Vanilleschote
50 g Walnüsse oder Pistazien (ungesalzen)

Den Frischkäse mit Zucker glatt rühren (Achtung, nicht zu viel rühren – nicht dass der Frischkäse flüssig wird). Sahne steif schlagen und vorsichtig unter den Frischkäse heben. Dann die Creme bis zur Verwendung kalt stellen.

Feigen vierteln. Rotwein mit Zucker und dem Vanillemark in einem weiten Topf oder einer kleinen Pfanne einmal aufkochen. Temperatur runterschalten, und die Feigen 15 Minuten darin ziehen lassen (nicht kochen!).
Feigen herausnehmen und den Rotweinsud bei höherer Hitze etwas einkochen lassen.

In der Zwischenzeit Walnüsse grob hacken und in einer Pfanne ohne Fett rösten, bis sie anfangen zu duften.

Die Frischkäsecreme auf vier Schälchen verteilen. Jeweils eine Feige (also vier Viertel) darauf drapieren. Mit Rotweinsauce beträufeln und Nüssen bestreuen.
Sofort servieren.

Schoko-Pavlova mit Kirschkompott

Pavlova ist ein Dessert mit Baiser und Früchten. Das weiß ich. Aber jetzt gerade, als ich angefangen habe, darüber zu schreiben, bin ich nochmal ins Nachdenken gekommen. Woher kommt denn eigentlich der Name Pavlova? Also habe ich für Euch nachgeschlagen und dabei lauter schöne kleine Entdeckungen gemacht.

„Schaumgebackenes aus Eischnee und Zucker“ – so lautet die Definition für Baiser. Und der Name ist Französisch für „Kuss“. Das passt doch eigentlich wunderbar zu dem zarten, süßen Gebäck. Irgendwie habe ich da noch gar nicht drüber nachgedacht…

Es kommt aber noch besser: früher sagte man in Deutschland „spanischer Wind“ dazu. Auch sehr schön! Da kann ich mich ja kaum entscheiden, welches mir besser gefällt.

Auf Französisch hingegen sagt man zu Baiser natürlich nicht Baiser (so wie man auf Englisch ja auch nicht Handy zu Handy sagt) sondern „Meringue“ (das kommt aus dem Polnischen und bedeutet „das Erstarrte“).

Zur Pavlova sagt das Gourmet Handbuch folgendes: Die 1934 in Australien kreierte Pavlova ist als großer Baiserkranz mit Früchte-Creme-Füllung als Dessert eines der wenigen internationalen Rezepte von dort.
Was irgendwie mehr über Australien sagt als über das Dessert, oder wie seht Ihr das?

Dieser Nachtisch ist auf jeden Fall oberlecker: schokoladig und fruchtig, knackig und cremig.

schokopavlova

Zutaten für 6 Personen:
4 Eiweiß (Klasse M)
1 Prise Salz
100 g Puderzucker
2 TL Aceto Balsamico
50 g Kakao

Belag:
2 Becher Sahne

1 Glas Kirschen (abgetropft, oder 400 g frische)
40 g brauner Zucker
250 ml Kirschsaft
15 g Speisestärke
1 EL Kirschwasser (wer mag)

Für das Baiser Eiweiß und Salz steif schlagen. Zucker nach und nach unter Rühren einrieseln lassen. Essig zugeben und noch kurz weiterschlagen. Kakao unterheben.

6 Teigkreise auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen, dabei die Seiten etwas höher aufstreichen.
Baiser im vorgeheizten Backofen bei 110 Grad Umluft auf der zweiten Schiene von unten 1 1/4 Stunde  trocknen lassen. Im ausgeschalteten Backofen bei geöffneter Ofentür abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit das Kompott herstellen. Zucker in einem Topf bei mittlerer Hitze schmelzen. Mit Kirschsaft ablöschen und kochen, bis der Karamell gelöst ist. Stärke in etwas kaltem Wasser anrühren und in den kochenden Saft rühren. Kirschen und Kirschwasser unterrühren, in eine Schüssel füllen und abkühlen lassen.

Sobald Baiser und Kompott abgekühlt sind, Sahne steif schlagen. Baiser vorsichtig vom Papier lösen und mit der Sahne füllen. Kompott darauf verteilen.

PS: Da ich an dem Abend nur 4 Desserts brauchte, habe ich 2 Baisers in einer Blech-Plätzchendose aufbewahrt. Am nächsten Tag waren sie immer noch top (wenn nicht sogar noch besser, weil sich noch ein klein wenig trockener geworden sind). Was den Umkehrschluss zulässt, dass sie sich schon gut am Vortag (oder zumindest am Vormittag) vorbereiten lassen.

 

Nachtrag!
Zum Glück gibt es auch noch Wikipedia:
Wer die Pavlova erstmals kreiert hat, ist seit Jahrzehnten zwischen Australien und Neuseeland umstritten. In Australien wird die Version favorisiert, nach der der deutschstämmige Herbert Sachse als Küchenchef des Hotels Esplanade in Perth diese Torte im Jahr 1935 erfunden und mit der Bemerkung „Es [das Baiser] ist leicht wie die Pavlova“ nach Anna Pawlowa benannt hat, wobei er sich von dem Tutu der russischen Balletttänzerin inspirieren ließ. Der Name Pavlova wurde in Neuseeland nachweislich schon 1927 benutzt, jedoch zunächst für eine andere Süßspeise. Die neuseeländische Anthropologin Helen Leach hat nach ausgiebigen Recherchen mehrere Belege dafür gefunden, dass die Torte bereits vor 1935 in Neuseeland bekannt war. In einem neuseeländischen Kochbuch aus dem Jahr 1929 ist ein Rezept für „Pavlova Cakes“ enthalten, die weitgehend der bekannten Pavlova entsprechen, mit dem Unterschied, dass es sich dabei um mehrere kleine Törtchen handelte. Ähnliche Rezepte erschienen in den folgenden Jahren, so dass davon auszugehen ist, dass Sachse nicht der Erfinder ist.

Von mir bekommt Ihr also heute genau genommen die 1929er Neuseeland-Version.

Apfelmus aus dem Backofen und Apfel-Keks-Trifle

Wie Ihr wisst, liebe ich alles, was man im Backofen zubereiten kann. Neulich habe ich Apfelmus ausprobiert, und Nachmachen wird dringend empfohlen. Es geht schnell, kommt mit wenig Zucker aus und ist sehr aromatisch.

Das Rezept ist ganz einfach:

1 kg Äpfel schälen und klein schneiden.
In eine gebutterte Auflaufform füllen.
Mit 2 EL Zimtzucker bestreuen und mit 2 EL Orangenlikör (alternativ Orangensaft) beträufeln.
20-25 Minuten bei 160 Grad Umluft backen, bis die Äpfel ganz weich sind.

In eine Schüssel füllen, gut durchrühren, fertig. Wer nicht so gerne Stückchen mag, kann das Mus noch mit dem Pürierstab fein pürieren.

bratapfelmus

Dieses Apfelmus kann man gut mit Vanilleeis als Dessert verwenden.

Oder man schichtet ein schnelles Apfel-Keks-Trifle daraus:

apfeltiramisu

Dazu eine Auflaufform mit Löffelbisquits auslegen und mit Espresso beträufeln (wenn Kinder mitessen, kann man natürlich auch koffeinfreien nehmen).
Eine Schicht von dem Apfelmus darüber verteilen.
Sahnequark mit etwas Zucker glatt rühren und darüber streichen.
Vor dem Servieren mit Kakao bestäuben.

Weihnachtsdessert: Stollentrifle

Wenn ich mich im Bekanntenkreis so umhöre, dann scheint es bezüglich Heiligabend zwei Fragen zu geben, die in jeder Familie (mehr oder weniger heiß) diskutiert werden: Was essen wir? Und essen wir vor oder nach der Bescherung?
Also dürfte es Euch freuen, dass ich Euch heute ein Rezept mitgebracht habe, dass unabhängig von der Antwort auf diese Streitpunkte funktioniert: ein weihnachtliches Dessert!
Denn egal, ob man traditionell Kartoffelsalat und Würstchen isst, Fondue oder ein feines mehrgängiges Menü – ein leckeres Dessert gehört unbedingt dazu.
Und es ist ebenfalls unerheblich, ob man vor oder nach der Bescherung isst – dieses Dessert kann man schon am Vormittag vorbereiten, und es harrt dann geduldig im Kühlschrank der Dinge, die da kommen.

Gute Vorbereitung ist auf jeden Fall wichtig an einem Tag wie diesem, denn auf keinen Fall möchte man abends noch lange in der Küche stehen.
Vor allem nicht, wenn man Kinder hat, die dringend Hilfe beim Aufbau des Playmobil-Flugzeugs benötigen, das neue Spiel nicht sofort verstehen, oder deren neues Smartphone in Betrieb genommen werden muss.
Und VIELLEICHT möchte man ja auch noch mit dem Partner in Ruhe ein Glas Champagner trinken, wenn die Anspannung der letzten Wochen endlich abfällt. Also, ich mein ja nur… soll´s ja geben…

Jetzt spanne ich Euch nicht länger auf die Folter.
So sieht es aus:

stollentrifle

Und hier ist das Rezept (für 4 Personen):
150 g Stollen
150 g Himbeeren (TK)
evtl. 2 EL Grappa
100 g Sahnequark
100 g Schlagsahne
30 g Zucker

Den Stollen erst in Scheiben, dann in Würfel schneiden.
Die Himbeeren in einem Topf erwärmen. Dabei etwas rühren, so das sie etwas musig werden. Wer mag (bei dem keine Kinder mitessen), der kann 2 EL Grappa einrühren.
Quark mit Zucker glatt rühren. Sahne steif schlagen und unter den Quark heben.
Dann in Portionsgläser (oder eine kleine Auflaufform) schichten: erst Stollenwürfel, dann die Himbeeren, zuletzt die Quarkmasse.
Evtl. mit einer Himbeere oder etwas Kakaopulver verzieren.

Maronenmousse mit Honig

Rezept Nummer zwei: heute gibt es Dessert aus Maronen.
Der Honig passt gut zum leicht nussigen Geschmack der Kastanien. Die Mousse ist cremig und durch die Sahne trotzdem fluffig. Lecker!

maronenmousse

Zutaten für 4 Personen:
200 g vorgegarte Maronen
200 ml Milch
1 EL Honig
etwas gemahlene Vanille
200 g Sahne
1 EL Zucker
für die Deko ein paar Kakaonibs, Schokostreusel oder Puderzucker

Die Maronen mit Milch, Honig und Vanille 10-15 Minuten weich köcheln. In ein hohes Gefäß füllen und mit dem Stabmixer schön fein pürieren. Die Masse abkühlen lassen.
Die Sahne mit Zucker schön steif schlagen.
Ein Viertel der Sahne beiseite stellen. Die restliche Sahne mit dem Schneebesen unter das erkaltete Maronenpüree ziehen.
Gläser schichtweise mit Maronenmousse, einer dünnen Schicht Sahne und wieder Mousse füllen.
Bis zum Servieren kalt stellen. Wer mag, kann noch Streusel oder Puderzucker darüber streuen.

PS: Auf dem Foto könnt Ihr sehen, was die Maronen für gemeine Stacheln haben. Autsch!