Obatzda – der Brotzeitstar

Hamburg vs. München ist ein extrem schwieriger Vergleich wie ich finde: Meer vs. Berge, Hafen vs. Zwiebelturmkirchen, der ewige Wetterwettstreit, Urlaub in Italien vs. Urlaub in Dänemark, Fischbrötchen vs. Leberkässemmel…

Beide Standorte haben definitiv ihre guten Seiten, die ich tagesformabhängig zu schätzen weiß. Eine endgültige Entscheidung fällt schwer.

Sieben Jahre meines Lebens habe ich in Bayern zugebracht und dort mit der Familie und mit Freunden ich weiß nicht wie viele Biergärten und Gartenwirtschaften (eine der besten Seiten des Südens) besucht. Seitdem liebe ich (guten) Obatzda seeeehr!

Obatzda ist nix für Fettsparer und Kalorienzähler – dafür aber der Star jeder Brotzeitplatte.
Und zum Glück ist Obatzda ja auch wirklich nicht schwer selberzumachen, so dass wir uns hin und wieder eine ordentliche Schüssel voll genehmigen.

Radieschen, Gurke, gutes Brot und ein Bier dazu – das ist für mich bayerischer Brotzeithimmel.

Bayerischer Obatzda ist einfach selberzumachen.

Zutaten:
200 g kräftiger Weichkäse (je nach Geschmack)
100 g Frischkäse
40 g weiche Butter
1 TL edelsüßes Paprika
Salz, Pfeffer

Alles ordentlich durchmatschen (daher der Name, Baz heißt Matsch, obatzd heißt angematscht – hört man ja schon, oder?).
Fertig!

Seid Ihr eher Team Hamburg oder Team München???

Deftig und cremig muss Obatzda sein.
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Hummus mit Lammsugo

Inzwischen stehe ich ja total auf orientalische Küche. Ich liebe den Duft dieser ganz speziellen Gewürze, wenn sie durchs Haus ziehen: Kreuzkümmel und Piment, Sumach und Baharat… Himmlisch!

Angefangen hat meine Liebe mit dem Kochbuch „Jerusalem“ von Ottolenghi und Tamimi, das ich vor einigen Jahren geschenkt bekommen habe. Aus dem Buch habe ich hier schon mal einen Spinatsalat mit Datteln veröffentlicht, der wirklich unglaublich lecker ist.
Seitdem haben wir die Levanteküche, wie sie nun auch oft bezeichnet wird, fest in unseren Speiseplan aufgenommen.

Neulich habe ich (ohne Gäste) an einem schön ruhigen Freitagabend mit dem Co-Gastgeber ein neues Rezept ausprobiert: Hummus mit Lammsugo. Dazu gab es ein schönes Fladenbrot und einen kräftigen Weißwein.

Das kommt bei der nächsten Einladung garantiert nochmal auf den Tisch – vielleicht dann auch einfach als Vorspeise. Eine tolle Kombi!

Auch farblich eine hübsche Geschichte, findet Ihr nicht auch?

Zutaten für vier Personen als Hauptgericht oder für acht als Vorspeise

Für das Lammsugo:
1 große Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Chilischote
2 EL Sonnenblumenöl
500 g Lammhack
je 1 TL Piment und Kreuzkümmel
etwas Zimt
2 Thymianzweige
ein paar Minzblätter
1 EL Tomatenmark
200 ml Rinderbrühe
Salz und Pfeffer

Für den Hummus:
2 Dosen Kichererbsen
1 Knoblauchzehe
100 g Tahin (Sesammus)
1-2 EL Zitronensaft
Salz

Außerdem:
30 g Pinienkerne
1 unbehandelte Zitrone
1/2 Bund Petersilie

Für den Sugo Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Chili ebenfalls. Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Zwiebeln, Knoblauch und Chili darin ca. 3 Minuten anbraten. Hackfleisch und Gewürze (außer Salz und Pfeffer) zufügen und 5 Minuten kräftig weiterbraten. Tomatenmark unterrühren, mit Brühe ablöschen und bei niedriger Hitze 10-15 Minuten langsam schmoren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

In der Zwischenzeit für den Hummus die Kichererbsen abgießen und abspülen. Knoblauch schälen und in grobe Stücke schneiden. Zusammen mit Tahin und ca. 100 ml warmem Wasser glatt pürieren.
Mit Zitronensaft und Salz abschmecken.

Pinienkerne in einer Pfanne ohne Öl anrösten. Zitrone abwaschen und 1-2 TL Schale abreiben. Petersilie hacken.

Hummus auf einzelne vier einzelne Schüsseln verteilen oder in eine große geben. Sugo darüber geben.
Mit Pinienkernen, Zitronenschale und Petersilie bestreut servieren.

Geröstete Kichererbsen – gesund snacken

Heute habe ich ein ganz einfaches Rezept für einen gesunden Snack für Euch.

Die Kichererbsen sind knusprig, können mit Eurem Lieblingsgewürz zubereitet werden – Paprika für Chipsfeeling, Raz el Hanout oder Curry für etwas orientalisches Flair, oder nur ein gutes Salz für die Puristen unter Euch – haben kaum Fett und Kohlenhydrate aber dafür viele Ballaststoffe und Proteine.

Hört sich gut an, oder? Obendrein sind sie auch noch ganz easy zuzubereiten.

Die Chipstüte kann getrost im Schrank bleiben 😉

2 Dosen Kichererbsen
1 TL Raz el Hanout oder Curry
etwas Salz
1 EL Olivenöl

Den Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen.

Die Kichererbsen abgießen, mit Wasser abspülen und abtropfen lassen.

Danach auf einem Geschirrhandtuch in einer Lage ausbreiten und mit etwas Küchenrolle sorgfältig trocken tupfen. Wenn dabei die Schalen abgehen, dann ist das nicht schlimm.
Das Trocknen ist aber wichtig, damit die Kichererbsen im Ofen schön knackig werden.

Dann in einer Schüssel die Kichererbsen mit dem Olivenöl gut vermischen.
Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech verteilen und 30 Minuten im Ofen rösten.

Das Blech rausnehmen und nochmal in die Schüssel füllen. Jetzt die gewünschten Gewürze gut unterrühren.
Dann die Kichererbsen nochmal 10 Minuten rösten.

Das hört sich jetzt ein kleines bisschen umständlich an, hat aber natürlich einen Grund: damit die Kichererbsen knusprig werden, reichen 30 Minuten im Ofen nicht wirklich aus. Die Gewürze werden aber bitter, wenn sie länger als eine halbe Stunde geröstet werden. Alles klar?

PS: Die Kichererbsen eignen sich übrigens auch gut als Croutons in der Suppe oder im Salat.

Die besten Brownies überhaupt

Die Backbücher von Cynthia Barcomi sind absolute Klassiker für mich. Mit ihr habe ich quasi das American Baking entdeckt, und ihre Rezepte funktionieren wirklich immer!

Dass ich zusätzlich eine emotionale Beziehung zu den Barcomi-Backwaren haben, habe ich hier (Rezept für Schoko-Kirsch-Muffins) schon mal beschrieben – im doch noch recht roughen Berlin der 90er war das Barcomi-Café in Mitte (das es ja übrigens immer noch gibt) für mich ein Verwöhn-Ort.
Außerdem habe ich auf dem Blog schon mal ihre Chocolate Chocolate-Chip-Cookies veröffentlicht.

Hier heute also endlich mal das Rezept für Brownies – der Klassiker unter den Klassikern sozusagen. Die kommen bei uns regelmäßig auf den Tisch.
Sie sind so einfach zu machen, dass meine Töchter sie schon seit Jahren selber backen.

Das Geheimnis? Viel Schokolade, wenig Mehl!

Zutaten für ca. 12 Brownies

200 g Zartbitterschokolade, zerbröckelt
75 g Butter
150 g Zucker
2 EL löslicher Kaffee
2 EL Espresso
2 Eier, leicht verschlagen
100 g Zartbitterschokolade, grob gehackt
105 g Mehl
1/4 TL Salz
1/4 TL Natron

Ofen auf 190 Grad vorheizen. Eine quadratische Backform (ca. 23×23 cm) einfetten oder mit Backpapier auslegen.

Die zerbröckelte Schokolade mit der Butter, dem Zucker und Kaffee im Wasserbad schmelzen.

Unbedingt abkühlen lassen, ehe Ihr die Eier hinzufügt. Wenn Ihr die Eier in die warme Mischung gebt, werden die Brownies hart.

Jetzt die gehackte Schokolade und die restlichen Zutaten dazugeben und leicht verrühren.
Den Teig in die vorbereitete Backform füllen und gleichmäßig verteilen. 25 Minauten backen.

Abkühlen lassen, bevor Ihr die Brownies in Stücke schneidet.

Fenchelsuppe mit Chorizo

Heute habe ich für Euch eine Suppe, die auch im Sommer schmeckt. Frischer Fenchel, keine Sahne, abgeschmeckt mit ein bisschen Zitrone und dazu würzige Chorizo, die immer ein bisschen an Barbecue oder den letzten Sommerurlaub in Spanien erinnert, wie ich finde.

Die Suppe kann man gut vorbereiten. Wenn Ihr dieses Gericht für Gäste kochen wollt, dann müsst Ihr vor dem Servieren nur noch kurz die Wurst anbraten. Praktisch ist die Suppe also auch, wenn Vegetarier unter Euren Freunden sind, denn sie schmeckt auch ohne die Einlage richtig lecker.

fenchelsuppe

Zutaten für 4 Personen:
2 große Fenchelknollen
1 Kartoffel
1 Zwieben
2 EL Öl
600 ml Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
nach Belieben etwas Zitronensaft
3 Chorizowürstchen

Fenchel und Kartoffel grob, die Zwiebel fein würfeln. Das Fenchelgrün als Deko aufbewahren.
Öl in einem Topf erhitzen, das Gemüse etwa 2 Minuten anbraten. Dann die Brühe zugießen und zugedeckt 15-20 Minuten köcheln lassen.
In der Zeit die Würstchen in Scheiben schneiden und in einer Pfanne ohne Öl knusprig anbraten.
Die Suppe mit dem Pürierstab pürieren. Mit Salz, Pfeffer und eventuell Zitronensaft abschmecken.
Zum Anrichten Suppe in Teller füllen und jeweils mit einigen Scheiben Chorizo und Fenchelgrün garnieren.

Erdbeerschnecken

Manchmal entstehen die besten Gerichte ja echt aus der Not heraus – wie zum Beispiel diese echt leckeren Erdbeerschnecken.

Am Samstag Nachmittag hatte ich einen ganz oldschool Erdbeerkuchen für die Familie gebacken. Da aber gar nicht alle zum Kaffee trinken aufgetaucht sind, wurde nur etwa ein Viertel davon gegessen.

Sehr gut, dachte ich, denn am nächsten Tag hatten sich meine Eltern angekündigt. Da würde der restliche Kuchen noch reichen.

Am Abend hatten wir dann allerdings Gäste zum Grillen da. Und während die Eltern noch gemütlich beim Weinchen auf der Terrasse saßen, hat sich drinnen (also quasi zum Dessert) der restliche Kuchen in Luft aufgelöst, woran vier Kinder beteiligt waren…

Hmmmm – Kuchen kaufen tue ich ja ausgesprochen ungern.
Da ich Hefeteig liebe, hatte ich zunächst an ein paar einfache Zimtschnecken gedacht.
Aber ein paar Resterdbeeren waren noch da… Und so kam irgendwie eins zum anderen.

Fluffige und saftige Erdbeerschnecken

Das Ergebnis? Bombe. So lecker, dass ich gleich das Rezept für Euch aufschreiben muss. So schnell konnte ich kaum gucken, wie alle Schnecken weggemampft waren.

Für Hefeteig- und Erdbeerfans!

Zutaten für 10-12 Stück

Teig:
400 g Mehl
40 g Zucker
1 Prise Salz
1 Päckchen Trockenhefe
40 g weiche Butter
1 Ei
180 ml lauwarme Milch

Füllung:
ca. 40 g Butter, zerlassen
2 EL brauner Zucker
ca. 350 g Erdbeeren

Alle Zutaten für den Teig in eine Rührschüssel füllen und mit den Knethaken des Mixers zu einem glatten Teig verkneten.
Ca. 1 Stunde gehen lassen.

Die Erbeeren waschen, entkelchen und in Scheiben schneiden.

Den Ofen auf 160 Grad Umluft vorheizen.

Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche von Hand nochmal kurz durchkneten. Dann zu einem großen Rechteck ausrollen (30×45 cm). Mit der Butter einpinseln und mit Zucker bestreuen.
Dann die Erdbeerscheiben darauf verteilen.

Von der breiten Seite her vorsichtig aufrollen und in dicke Scheiben schneiden.
Eine Spring- oder Auflaufform einfetten und die Scheiben mit der Schnittfläche nach oben hineinsetzen.

25 Minuten backen, bis die Schnecken goldbraun sind.

Tomatenchutney

Habt Ihr meinen letzten Beitrag gelesen, in dem ich über unsere Grill-Reihenfolge geschrieben habe und ein Rezept für zuckerfreien Ketchup (für Würstchen) gepostet habe? Wenn nicht, schaut noch mal schnell zurück.

Zum Fleisch hingegen passt ganz hervorragend dieses Tomatenchutney. Es ist zwar nicht so gesund, wie der selbstgemachte Ketchup, aber auch viel besser als das gekaufte: viel weniger süß und ganz frisch und aromatisch.

Tomatenchutney

Zutaten:
200 g Tomaten, am besten schön aromatische Cherrytomaten
1/2 rote Paprika
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
2 EL Balsamicoessig
1 ELbrauner Zucker
Salz und Pfeffer

Tomaten und Paprika würfeln/vierteln. Schalotte und Knoblauch fein hacken.
Alle Zutaten (bis auf Salz und Pfeffer) in einen kleinen Topf füllen und einkochen lassen, bis eine dickliche Sauce entsteht. Das dauert so ungefähr 15 Minuten.
Dann nur noch würzen – fertig.

Wer es etwas schärfer mag, kann entweder fein gehackten Ingwer Chili mitkochen.