Ofengetrocknete Tomaten

Heute bekommt Ihr von mir mal kein Rezept für ein komplettes Gericht, sondern eine Anleitung für eine Komponente, mit der man immer ein Gericht aufpeppen kann: ofengetrocknete Tomaten.

Ich esse im Prinzip wahnsinnig gerne getrocknete Tomaten, aber nicht immer schmecken mir die gekauften so, wie ich es mir vorstelle. Manchmal überlagern die Kräuter den Eigengeschmack der Tomaten, manchmal finde ich das Öl komisch, und manchmal ist die Konsistenz nicht optimal.

Also habe ich mich an den Versuch gemacht – und es hat mir sehr gut geschmeckt. Deswegen teile ich heute mit Euch die Vorgehensweise.

Ich habe etwas kleinere Romatomaten genommen und diese halbiert. Wenn nur größere verfügbar sind, dann kann man sie natürlich auch vierteln. In einigen Rezepten habe ich gelesen, dass man die Tomaten häuten sollte. Das habe ich nicht gemacht, und ich fand es auch kein bisschen störend.

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Also: Mindestens 500 g Tomaten (sonst lohnt die Aktion nicht) legt ihr kleingeschnitten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Dann würzt Ihr mit Salz, Pfeffer, wenn ihr mögt mit frischen Kräutern (zum Beispiel Thymian). Und wenn die Tomaten nicht so wahnsinnig aromatisch sind, könnt Ihr noch ein bisschen Puderzucker darüber streuen. Dann mit etwas Öl beträufeln.

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In der Zwischenzeit den Backofen auf 150 Grad Umluft (so könnt Ihr auch mehrere Bleche beladen) vorheizen.
Die Tomaten etwa 90 Minuten garen. Dabei alle 20 Minuten die Ofentür kurz öffnen, damit der Dampf entweichen kann.
Gegen Ende müsst Ihr etwas schauen, damit die Tomaten nicht zu dunkel werden.

So sehen die guten Stücke dann fertig aus.

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Man kann mit Temperatur und Zeit etwas spielen, sprich: niedrigere Temperatur, längere Zeit. Dann trocknen sie vielleicht noch etwas mehr als bei mir. Da waren sie ja eher halbgetrocknet…
Aber ich finde, das Ziel war erreicht: nämlich intensives Tomatenaroma bei guter Konsistenz. Und bei längeren Garzeiten wird der Aufwand bzw. die Vorausplanungsleistung in meinen Augen grenzwertig hoch.

Die Tomaten könnt Ihr für alles mögliche benutzen: Salat, Pasta, Antipasti, zur Brotzeit…

Man kann sie auch in ein Glas füllen und mit Olivenöl aufgießen, um sie etwas haltbarer zu machen, aber dazu kann ich Euch leider keine verlässlichen Angaben machen.

Ich habe sie abends für einen Salat aus weißen Bohnen, Schalotten und viel Petersilie benutzt. Das war sehr lecker.

salat mit ofentomaten

Himbeer-Limettenlimo mit Ingwer für Große und Kleine

Wenn Familien zu Besuch bei uns sind, dann finde ich es ja immer ganz schön, wenn die Kinder nicht etwas ganz anderes essen und trinken als die Eltern. Klar, manche Sachen mögen Kinder nicht so gerne – da muss man dann ein bisschen variieren. Aber Fischstäbchen für die Kleinen und Rinderfilet für die Großen – das finde ich doof.

Das kann man auch auf die Getränke übertragen. Wenn es für die Erwachsenen einen Apéritif gibt – warum nicht auch für die Kinder? Letzte Woche habe ich einen superleckeren Sommer-Sirup gekocht: aus süßen Himbeeren, sauren Limetten und scharfem Ingwer. Tolle Kombi! Der schmeckt sowohl mit als auch ohne Alkohol.

himbeerlimo

Zutaten für den Sirup:

2-3 Limetten
25 g Ingwer
500 ml Wasser
500 g Zucker
250 g Himbeeren

Limetten waschen, von einer Frucht die Schale abreiben, alle auspressen. Ingwer schälen und ganz fein würfeln oder hacken.

Wasser und Zucker in einem Topf aufkochen, bis ein klarer Sirup entstanden ist. Vom Herd nehmen. Himbeeren, Limettensaft und -schale sowie Ingwer zugeben, kurz pürieren und ziehen lassen, bis der Sirup vollständig abgekühlt ist. Dann durch ein feines Sieb gießen und kalt stellen.

Zum Servieren Eiswürfel und eine Scheibe Limette oder Gurke in ein Glas geben. 2-3 EL Sirup hineingießen und mit (einem Schlückchen Wodka und) gekühltem Mineralwasser auffüllen.

PS: Das Rezept habe ich in der aktuellen Schrot und Korn gefunden.

Alte Freunde, EM-Drama und Pfifferlinge in Sherry-Sahne

War ja eigentlich klar, oder?

Mein lieber Co-Gastgeber hatte neulich seine alten Freunde zu Besuch. Das war schon lange geplant, weil die Herren aus Berlin, Frankfurt und Boston angereist sind. Einen Abend in dieser Konstellation hatte es schon seit – öhem – sagen wir mal – vielen Jahren nicht mehr gegeben.

Und dann spielt Deutschland gegen Italien! Im Viertelfinale! Das müssen wir also irgendwie in unser Abendprogramm einbauen.

Dinnerplanung für Fortgeschrittene sage ich da nur.

Aber zum Glück fängt das Spiel ja erst um 21 Uhr an.

Um das Abendprogramm zu entzerren, fangen wir schon direkt nach dem Kuchen mit einem Fläschchen Sekt an. Was man hat, das hat man, oder?

Danach mache ich mich an die Vorbereitung. Da ich bereits ein winziges bisschen angetütert bin, freue ich mich sehr, dass der Tomatendip für die Vorspeise bereits fertig im Kühlschrank steht. Die Bohnen für den Salat hatte ich in weiser Voraussicht ebenfalls bereits geputzt. Was soll ich sagen? Manchmal kann ich mich über meine eigene gute Organisation so richtig freuen. So haben wir also noch vor dem Anpfiff gemütlich Zeit zum Reden.

Fehlt noch der Hauptgang. Meine Lösung für den Abend: One Pot Pasta mit Pfifferlingen. Den Topf habe ich fertig gefüllt, und eine viertel Stunde vor der Halbzeitpause in Gang gesetzt. Perfekt!

pfifferlinge onepotpasta

Zutaten für 6 Personen:

750 g Nudeln (ich habe Mafalda corta genommen – sehr hübsch)
750 g Pfifferlinge
2 Schalotten
3 Becher Sahne
300 ml Sherry
500 ml Gemüsebrühe
reichlich grob gemahlener Pfeffer aus der Mühle
Salz zum Abschmecken
einige Zweige frischen Estragon

Die Pfifferlinge putzen und eventuell etwas zerkleinern. Die Schalotten fein würfeln. Alle Zutaten, bis auf Estragon und Salz, in einen weiten Topf füllen.
Zum Kochen bringen. Dann die Hitze etwas herunterschalten und so lange köcheln lassen, bis die Nudeln gar sind. Dabei zwischendurch immer wieder umrühren. Mit Salz abschmecken.

Den Estragon fein hacken. Man kann ihn entweder kurz vor Ende der Garzeit schon unterrühen, oder man reicht ihn in einem separaten Schälchen dazu, denn Estragon schmeckt sehr intensiv. So kann jeder nehmen, so viel er mag.

Mein Gott, und dann dieses megadramatische Elfmeterschießen. So etwas habe ich  noch nie gesehen! Das war auf jeden Fall ein bemerkenswerter Abend, der uns lange, lange in Erinnerung bleiben wird.

PS: Zum Nachtisch gab es übrigens die Erdbeerwolke.

PS: Und wer sich beim Lesen gefragt hat, was eigentlich der Co-Gastgeber beigetragen hat… Der ist gefühlte 12.000 Mal in den Keller gelaufen, um Wein für die Großen und Chips für die 6 ebenfalls fußballschauenden Kinder zu holen. Die leeren Flaschen und Tüten habe ich am nächsten Morgen lieber nicht gezählt…

PPS: Das Rezept stammt aus dem Kochhaus-Buch „Einfach schnell genießen“. Dort wird es allerdings nicht in einem Topf sondern separat gekocht.

 

Ein Lob auf die einfachen Dinge und ein Rezept für Bohnensalat

Ich bin ja eine große Anhängerin der Theorie, dass die einfachen Dinge manchmal die besten sind. Essen muss nicht aufwendig sein. Wenn die Zutaten (und die Stimmung) stimmen, dann kann man aus wenigen Dingen einen wunderschönen Abend zaubern.

In diese Kategorie gehört auf jeden Fall mein Bohnensalat (na ja, eigentlich war es mal Jamies Bohnensalat, aber da ich ihn schon seit Jahren immer wieder mache, habe ich ihn adoptiert).

bohnensalat

Dieser einfache Bohnensalat, dazu ein paar Scheiben geröstetes Bauernbrot und ein Dip aus getrockneten Tomaten (zufällig habe ich einen auf meinem Blog😉, bei Interesse hier klicken), ein Fläschchen fruchtiger, gekühlter Roséwein – fertig ist ein tolles Sommer-Terrassen-Essen mit Freundinnen

Zutaten für eine große Schüssel:

1 kg frische grüne Bohnen
1 halbe rote Zwiebel
1 Glas Kapern
2 TL Senf
3 EL Weißweinessig
5 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer aus der Mühle

Die Bohnen putzen, evtl. halbieren und in Salzwasser etwa 10 Minuten kochen. Sie sollten noch etwas Biss haben.
Die Zwiebel in ganz feine Ringe schneiden.
Aus Senf, Essig und Öl ein Dressing anrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Die abgetropften Bohnen, Zwiebel, Kapern und Dressing in einer großen Schüssel vermischen.

Der Salat schmeckt lauwarm ganz toll, funktioniert aber auch kalt.

Melonen-Tomaten-Gazpacho

Und falls doch nochmal jemand vorbeikommt und das Wetter repariert…

Diese kalte Suppe (ohne Kochen!) ist eine tolle sommerliche Vorspeise.

gazpacho

Zutaten für 4 Personen:

400 g Wassermelone, möglichst kernarm
5 Strauchtomaten, möglichst aromatisch😉
2 Schalotten
1 Knoblauchzehe
1 Peperoni
etwas Schafskäse und Basilikum

Die Schale der Tomaten kreuzweise einritzen. In einem Topf Wasser zum Kochen bringen, und die Tomaten etwa 30 Sekunden darin blanchieren, bis sich die Schale an den eingeritzten Stellen etwas ablöst.
Die Tomaten aus dem Wasser nehmen, kalt abschrecken, die Haut abziehen und in  Würfel schneiden.
Melone von der Schale befreien und ebenfalls würfeln.
Schalotten und Knoblauch fein hacken. Peperoni von Strunk und Kernen befreien und klein schneiden.

Alle Zutaten (bis auf Schafskäse und Basilikum) in der Küchenmaschine oder mit dem Pürierstab pürieren. Mit 1 TL Salz würzen und bis zum Servieren kalt stellen.

Zum Servieren Schafskäse über die Suppe bröckeln und mit in Streifen geschnittenem Basilikum dekorieren.

PS: Rezeptinspiration stammt aus dem Kochhaus-Kochbuch „Einfach kochen für Gäste“

Spargel-Nudel-Salat mit Forelle

Es ist doch jedes Jahr wieder das Gleiche: wochenlang, also im Prinzip ab Weihnachten, fiebere ich der Spargelsaison entgegen. Ich überlege mir die tollsten Sachen, die man mit den grünen und weißen Stangen anfangen könnte. Und dann… fällt die Spargelzeit mit der Hochphase der Tennissaison zusammen, wo ich komplette Wochenenden auf dem Platz abtauche und die heimische Küche verwaist. Das ist dann die sogenannte SpaTen-Saison. Ruckzuck ist der Spaß schon wieder vorbei, und ich habe doch nur wieder ein neues Gericht ausprobiert.

Dieser Nudelsalat könnte dafür aber ein Dauerbrenner der SpaTen-Saison werden. Er ist superschnell gemacht und schmeckt durch Zitrone und Kräuter wunderbar frisch. Al dente gekochter Spargel passt toll zu der cremigen Konsistenz der geräucherten Forelle, die zudem noch eine salzige Komponente mit ins Spiel bringt.

spargelsalat mit forelle

Zutaten für 4 Personen:

500 g weißer Spargel
Salz, Zucker
500 g Penne
250 g geräucherte Forelle
150 g Crème fraîche oder Schmand
50 g Naturjoghurt
3 EL Olivenöl
2-3 EL Zitronensaft, Pfeffer
Petersilie

Spargel schälen, die Enden abschneiden und in etwa 2 cm große Stücke schneiden. In einem großen Topf Wasser mit Salz und Zucker zum Kochen bringen und den Spargel 8-10 Minuten bissfest kochen.
In der Zwischenzeit die Nudeln ebenfalls nach Packungsanweisung al dente kochen.
Die Forelle in Stückchen zupfen.
Schmand mit Joghurt, Öl und Zitronensaft verrühren. Mit Pfeffer würzen.
Petersilie grob hacken.

Penne, Spargel und Sauce mischen. Fisch und Petersilie unterheben. Evtl. nochmal mit Salz abschmecken.

Schmeckt lauwarm am besten.

 

Rhabarber-Kuchen mit Baiser

Dieser Kuchen ist für mich ein Klassiker, den ich seit Kindheitstagen liebe. Zum Glück geht es meiner Familie ganz ähnlich.

Im Frühsommer gehört er bei uns regelmäßig auf die Kaffeetafel.

rhabarberkuchen mit baiser

Zutaten für 1 Springform:

150 g weiche Butter
150 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
3 Eier
200 g Mehl
2 TL Backpulver
1 kg Rhabarber
3 Eiweiß
125 g Puderzucker

Ofen auf 180 Grad (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
Butter, Zucker und Vanillezucker schaumig rühren. Eier nacheinander zufügen und weiter schön schaumig schlagen. Mehl und Backpulver mischen und unterrühren.
Den Teig in eine gefettete Springform füllen.
10 Minuten vorbacken.
Den Rhabarber putzen und in dünne Scheiben schneiden. Auf dem vorgebackenen Teig verteilen. Weitere 20 Minuten backen.
Eiweiß zu steifem Schnee schlagen. Dabei den Zucker nach und nach einrieseln lassen.
Auf dem Rhabarber verteilen und nochmal 10-15 Minuten backen, bis der Baiser leicht Farbe angenommen hat.