Flammkuchen mit Rosenkohl und Granatapfel

Meistens meide ich ja Fertigprodukte. Vor allem bei Kinderessen, denn da sollen die lieben Kleinen sich gar nicht erst dran gewöhnen😉 Aber ich finde, man darf nicht zu ideologisch sein. Manchmal benutze ich fertigen Teig aus dem Kühlregal. Das hat natürlich einerseits Bequemlichkeits- und Zeitgründe… birgt aber vor allem auch gastgeberische Aspekte.

Fertiger Flammkuchenteig geht nämlich nach dem Belegen nicht nochmal auf – im Gegensatz zu selbst gemachtem Pizza-/Flammkuchenteig mit Hefe.

Das heißt, man kann einen oder mehrere Bleche schon fertig belegen und kühl stellen, und dann muss man sie nach Bedarf eins nach dem anderen nur noch ganz einfach in den Ofen schieben. Das ist ganz nach meinem Geschmack. Bleibt mehr Zeit zum Quatschen.

Heute habe ich einen Belag aus Ziegenkäse, Rosenkohl und Granatapfelkernen für Euch. Das ist eine richtig coole Kombi, kann ich Euch sagen. Probierts mal aus.

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Zutaten für 2 Personen:

1 Rolle Flammkuchenteig (ich mag am liebsten den von Tante Fanny)
150 g Ziegenfrischkäse
3 EL Olivenöl
2 Frühlingszwiebeln oder 1 kleines Bund Thymian
Salz und Pfeffer
200 g Rosenkohl
1/2 Granatapfel
etwas flüssigen Honig

Den Ziegenkäse mit dem Olivenöl glatt rühren. Klein geschnittene Frühlingszwiebeln oder Thymianblättchen zugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Den Rosenkohl putzen und Scheiben schneiden.
Die Kerne aus dem Granatapfel klopfen.

Flammkuchenteig ausrollen, mit Ziegenkäsemischung bestreichen. Rosenkohl und Granatapfelkerne darauf verteilen und nach Packungsanweisung backen.

Nach dem Backen mit etwas Honig beträufeln und sofort servieren.

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Die Idee für diesen Flammkuchen stammt aus dem neuen Foodboom-Magazin. Das solltet Ihr Euch mal anschauen. Mir gefallen die Rezepte dort drin sehr gut.
Auf meinem Blog gibt es noch mehr Ideen für Flammkuchen: Kürbis-Apfel und Feige-Schinken. Auch beide sehr lecker. Klickt Euch mal rüber.

 

One Pot Pasta: Mac and Cheese meets Grünkohl

Gestern war Gäste ganz easy mal selber eingeladen: nämlich bei Jankes*Soulfood. Schaut doch mal bei Ihr vorbei, wenn Ihr Lust habt. Seit zweieinhalb Jahren schon verbloggt Janke dort familientaugliche Rezepte aus frischen, saisonalen Zutaten.

Ich habe Janke zum Soulfood Tuesday ein schnelles, leckeres Pastagericht mitgebracht.

Kennt Ihr Mac and Cheese? Wahrscheinlich schon, oder? Jedem, der schon mal in die USA gereist ist, dürfte es dort über den Weg gelaufen sein – es steht auf der Speisekarte fast jeden Diners und ist auch als schnelles Familien-Abendessen sehr beliebt.

In Deutschland hat es sich interessanterweise nie so richtig durchgesetzt – obwohl wir doch so viel aus der US-Küche übernommen haben.

Ich habe neulich das amerikanische Original mit einer urdeutschen Zutat gekreuzt und eine Variante mit Grünkohl ausprobiert. Und? Rausgekommen ist Seelenfutter vom Feinsten. Deftig, sättigend und trotzdem noch ein bisschen gesund, denn Grünkohl ist ja eine echte Vitaminbombe.

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Gekocht habe ich das Gericht als One Pot Pasta, so dass die Zubereitungszeit nur 15 Minuten beträgt. Genau das Richtige Essen also nach einem Herbstspaziergang oder im Skiurlaub.

Zutaten für 2 Personen:
200 g kurze Nudeln
1 Zwiebel, fein gewürfelt
3 große Hände voll frischem Grünkohl, grob gehackt
250 ml Milch
250 ml Gemüsebrühe
2 TL mittelscharfer Senf
80 g geriebener Bergkäse

Nudeln, Zwiebel, Grünkohl, Brühe und Milch in einen breiten Topf geben und die Flüssigkeit zum Kochen bringen. Mit offenem Deckel 10-12 Minuten langsam vor sich hin köcheln lassen. Dabei immer wieder umrühren, damit sich nichts am Boden absetzt. Wenn die Flüssigkeit schon verdampft ist, und die Nudeln noch nicht ganz weich sind, noch etwas Milch oder Brühe zugießen.
Dann den Senf unterrühren. Zum Schluss den geriebenen Käse einstreuen und unterrühren, bis er geschmolzen ist. Sofort servieren.

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Rotes Thaicurry mit Steckrübe und Grünkohl

Heute habe ich für Euch ein weiteres Rezept aus der Reihe: saisonales deutsches Gemüse trifft fremde Aromen. Warum sollten Rezepte anstatt mit der hippen Süßkartoffel und dem omnipräsenten Spinat nicht auch mit Steckrübe und Grünkohl funktionieren? Geschmacksmäßig sind die ja gar nicht so weit voneinander entfernt – die Steckrübe schmeckt leicht süßlich, der Grünkohl etwas nussig herb. Das müsste doch eigentlich gut passen…

Gesagt, getan.
In den Genuss kam dieses Mal nur mein lieber Co-Gastgeber, mit dem ich dringend mal wieder einen ruhigen Abend verbringen musste. Dazu gab es ein Gläschen weißen Burgunder. Der passte ganz hervorragend dazu: er brachte noch etwas Frische ins Gericht, war aber gleichzeitig kräftig genug, um sich von den intensiven Curryaromen nicht unterkriegen zu lassen. Ansonsten trinken wir aber zu Curry auch gerne Bier.

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Zutaten für 2 Personen:
1 EL Kokosöl
2 Schalotten oder 1 kleine Zwiebel, fein gewürfelt
1 Knoblauchzehe, gehackt
1 EL rote Currypaste
1/4 Steckrübe, in etwa 1 cm große Würfel geschnitten
1 Dose Kokosmilch
evtl. etwas Gemüsebrühe
1 rote Paprika, gewürfelt
2 große Hände frischen Grünkohl, gehackt
Fischsauce, Limettensaft
je 1 TL brauner Zucker und Salz
50 g gehackte Erdnüsse

Das Öl in einem breiten Topf oder einer Wokpfanne erhitzen. Schalotten und Knoblauch darin glasig braten. Currypaste hinzufügen und etwa 1 Minute mitbraten. Dann die Steckrübenwürfel zugeben und ebenfalls mitbraten, bis sie etwas Farbe annehmen.
Kokosmilch angießen, aufkochen lassen, und etwa 10 Minuten köcheln lassen, dann Paprika zugeben und weitere 5 Minuten köcheln. Das Gemüse sollte jetzt weich/bissfest sein. Wenn es etwas zu wenig Flüssigkeit ist, noch ein bisschen Gemüsebrühe zugießen.
Den Grünkohl unterrühren und zusammenfallen lassen. Dann mit Fischsauce, Limettensaft, Salz und Zucker abschmecken.
Zum Servieren die gehackten Nüsse darübergeben.

Dazu passt Reis: für 2 Personen etwa 150 g.

PS: Ich habe schon einmal ein Thaicurry mit Kürbis und Schweinefilet gepostet – das war auch sehr lecker. Bei Interesse hier klicken.

Apfelstreuselkuchen vom Blech

Als die Kinder noch klein waren, habe ich Ihnen gerne Bücher von Kasimir und Frippe vorgelesen. Kennt Ihr die? Ich fand die süß: nette Geschichtchen, schön illustriert, ein bisschen was zum Lernen aber ohne moralischen Holzhammer. Ein Band heißt „Frippe backt“ und hat folgende enorm, total wichtige Message:
Backe unbedingt immer am Geburtstag einen Kuchen, denn Du weißt ja nie, wer alles kommt.
Das nenne ich mal „Lernen fürs Leben“. Ein Plädoyer für die Gastfreundschaft – toll. Warum gibt es eigentlich nicht mehr Kinderbücher zu dem Thema?

Bei diesem Apfelstreuselkuchen kann gerne spontan die Nachbarschaft UND die Tennismannschaft kommen – der reicht garantiert für alle.
Außerdem ist er schnell gemacht, denn Boden und Streusel sind aus dem gleichen Teig.

apfelstreuselkuchen

Streuselteig:
700 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
300 g weiche Butter
220 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
3 Eier

Belag:
1 Zitrone
etwa 1,2 kg Äpfel
2 Päckchen Vanillezucker
75 g Zucker
1 TL Zimt

Für den Streuselteig Mehl und Backpulver in einer Schüssel mischen. Butter in Flöckchen, Zucker, Vanillezucker und Eier dazugeben. Alles mit den Knethaken des Mixers zu groben Streuseln verkneten.
Etwa 2/3 der Streusel auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen und mit den Händen zu einem Teigboden drücken.

Für den Belag die Zitrone auspressen. Die Äpfel schälen und in dünne Spalten schneiden. Die Apfelspalten mit Zitronensaft, Vanillezucker, Zucker und Zimt in einer großen Schüssel vermischen.

Den Backofen auf Umluft 160 Grad vorheizen.

Die Äpfel auf dem Teigboden verteilen. Die restlichen Streusel darüberstreuen.
Etwa 40 Minuten backen, bis die Streusel goldbraun sind.

Wer mag, bestreut den Kuchen vor dem Servieren mit Puderzucker oder träufelt etwas Zitronenzuckerguss darüber. Wir essen immer Sahne dazu.

Und falls doch etwas übrig bleiben sollte, dann schmeckt der Kuchen auch noch am nächsten Tag sehr gut.

PS: Ich muss mal meine Kinder fragen, ob sie sich an das Buch erinnern…

Pulled Pork aus dem Backofen

Ok – es war nicht so schwer zu erraten, ich gebe es zu.

Jetzt fehlte noch das Pulled Pork für einen richtig ordentlichen Burger. Das würzige Fleisch, zusammen mit dem frischen Coleslaw und den fluffigen Brötchen ist einfach eine tolle Kombination.

Und die Zubereitung ist wirklich sehr unkompliziert. Das Einizige, was beachtet werden muss (falls Ihr nicht zwei Backöfen habt): die Brötchen müssen fertig gebacken sein, bevor das Fleisch in den Ofen kommt. Zusammen backen geht nicht, da die Brötchen eine viel höhere Temperatur benötigen. Also morgens gleich die Brötchen in den Ofen schieben ( das geht ja fix) und dann das Fleisch schön vor sich hin schmurgeln lassen.

Zutaten für 6 Personen:

1,5 kg Schweinenacken
1 TL edelsüßes Paprikapulver
1 TL scharfes Paprikapulver
1 TL Salz
2 EL Öl
200 g Barbecuesauce

pulledpork-burger

Den Backofen auf 120 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Die beiden Paprikasorten mit dem Salz mischen. Das Fleisch rundherum mit Öl einpinseln und mit der Gewürzmischung einreiben.
In eine große Auflaufform setzen und 8 Stunden im Ofen garen.

Das Fleisch ist jetzt so weich, dass Ihr es mit zwei Gabeln auseinanderzupfen könnt (daher ja auch der Name). Also – alles zerzupfen und gut mit der Barbecuesauce vermischen. Mit Coleslaw in einem Ciabattabrötchen stapeln.

Man kann das Pulled Pork aber natürlich auch anders verwenden, wenn man nicht so gerne Burger mag. Zum Beispiel mit Coleslaw im Glas als Vorspeise. Damit Ihr es Euch vorstellen könnt – das sähe dann so aus:

pulledpork-im-glas

Außerdem lassen sich auch gebackene Kartoffeln (oder Süßkartoffeln) damit füllen. Luxuskumpir sozusagen. Davon habe ich leider kein Foto. Ich werde es aber nachliefern, denn das soll hier im Hause auch unbedingt demnächst ausprobiert werden.

Cole Slaw ohne Majo oder Krautsalat

Weiter geht’s mit der Miniserie „Ferienhighlight“: heute gibt es Coleslaw. Darf man den überhaupt noch so amerikanisch betiteln, wenn gar keine Majonäse drin ist, sondern ganz typisch deutsche saure Sahne?

Egal – hauptsache lecker!

coleslaw1

Zutaten für 6 Personen:

1/2 kleiner Weißkohl
3 Möhren
200 g saure Sahne
1 EL Senf
1 EL Honig
Salz und Pfeffer
2 EL Olivenöl
2-3 EL Milch

Den Weißkohl in vier Spalten teilen und in ganz feine Streifen schneiden. Möhren raspeln.

Mit allen anderen Zutaten in eine Schüssel geben und gut vermischen. Mindestens zwei Stunden ziehen lassen. Dann nochmal abschmecken.

Na? Ahnt Ihr schon, wo die Reise hingeht? Ciabattabrötchen, Coleslaw…

Morgen gibt es Höhepunkt und Auflösung.

Ciabattabrötchen aus no-knead-Teig

Bei uns in Hamburg waren ja Herbstferien in den letzten zwei Oktoberwochen. Wir sind zu Hause geblieben und hatten eine echt gemütliche Zeit: ausschlafen, Harry Potter lesen, Filme gucken, Karten spielen, ein bisschen Sport… und natürlich gemeinsam kochen und essen!

Ich nutze die Zeit, wenn die Tage nicht ganz so durchgetaktet sind, gerne dafür, neue Sachen auszuprobieren. Mal wieder mit Muße durch Pinterest surfen und ein paar Zeitschriften anschauen, Inspirationen sammeln, einen großen Einkauf machen und dann munter drauflos kochen und backen.

Gut für Euch! Denn ab heute gibt es eine dreiteilige Miniserie vom Ferienhighlight. Den Anfang machen Ciabatta-Brötchen. No-knead-Teig (also Teig, den man nicht knetet, sondern einfach nur zusammenrührt, gehen lässt und ein bisschen in Form faltet) hat mich schon lange gejuckt.

Und es geht tatsächlich. Die Brötchen sind wunderbar fluffig geworden – es sind richtige Luftbläschen drin. Ganz wie es bei gutem Ciabatta sein soll. Außerdem ist die Kruste knusprig und das Innere schön weich. Toll!

ciabatta

Zutaten für 12 Brötchen oder 2 Baguettes:

1 Päckchen Trockenhefe
550 ml lauwarmes Wasser
2 TL Zucker
600 g Weizenmehl
1 EL Salz

Die Hefe und den Zucker in dem Wasser auflösen und etwas ziehen lassen (etwa 15 Minuten). Das Mehl mit Salz in einer großen Schüssel mischen. Dann die Hefemischung zufügen und gut miteinander verrühren. Der Teig ist sehr flüssig, aber das muss so. Nicht noch mehr Mehl zufügen.

Die Schüssel mit Frischhaltefolie abdecken und etwa 8 Stunden (oder über Nacht) bei Zimmertemperatur gehen lassen.

Danach den Teig (am besten mit Hilfe einer Teigpalette oder eines Gummispatels) auf eine ordentliche bemehlte Arbeitsfläche schütten. Zwei Bleche mit Backpapier auslegen und das Papier ebenfalls leicht mehlen.
Jetzt den Teig in 12 Teile teilen – das ist erstmal ungewohnt, weil er immer noch relativ flüssig ist, aber er klebt ja zusammen. Also mit Palette oder Spatel Stücke abtrennen, in der passenden Größe zusammenschieben und auf die Bleche setzen. Nochmal eine Stunde gehen lassen.
In der Zwischenzeit den Backofen so heiß aufheizen, wie es geht. Ich habe 250 Grad Umluft gewählt.
Die Brötchen mit ein bisschen Mehl bestäuben und 15-18 Minuten backen.

ciabatta-auf-blech

Da der Teig so lange gehen muss, eignet sich das No-knead-Brot super zum Vorbereiten. Entweder Ihr rührt abends schnell die Mehlmischung an und habt dann leckere Frühstücksbrötchen. Oder Ihr bereitet morgens vor, dann könnt Ihr Eure Abendgäste mit selbst gebackenem Brot beeindrucken.