Tomatenchutney

Habt Ihr meinen letzten Beitrag gelesen, in dem ich über unsere Grill-Reihenfolge geschrieben habe und ein Rezept für zuckerfreien Ketchup (für Würstchen) gepostet habe? Wenn nicht, schaut noch mal schnell zurück.

Zum Fleisch hingegen passt ganz hervorragend dieses Tomatenchutney. Es ist zwar nicht so gesund, wie der selbstgemachte Ketchup, aber auch viel besser als das gekaufte: viel weniger süß und ganz frisch und aromatisch.

Tomatenchutney

Zutaten:
200 g Tomaten, am besten schön aromatische Cherrytomaten
1/2 rote Paprika
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
2 EL Balsamicoessig
1 ELbrauner Zucker
Salz und Pfeffer

Tomaten und Paprika würfeln/vierteln. Schalotte und Knoblauch fein hacken.
Alle Zutaten (bis auf Salz und Pfeffer) in einen kleinen Topf füllen und einkochen lassen, bis eine dickliche Sauce entsteht. Das dauert so ungefähr 15 Minuten.
Dann nur noch würzen – fertig.

Wer es etwas schärfer mag, kann entweder fein gehackten Ingwer Chili mitkochen.

Selbstgemachter Ketchup ohne Zucker

Wir haben bei uns daheim ja eine relativ festgelegte Reihenfolge, was das Grillgut angeht: zuallererst kommen immer Würstchen – quasi als Appetizer. Ihr lacht? Aber das war doch schon bei meinen Eltern so 😉

Bei den Würstchen gibt es verschiedene Vorlieben in der Familie: rot oder hell, dick oder dünn, oder sogar die ganz fiesen mit Speck und Käse. Gar nicht so einfach, immer alles in der richtigen Menge da zu haben. Ich sag´s Euch.

Tofuwürstchen haben wir neulich auch ausprobiert, seit wir eine Vegetarierin in der Familie haben – aber die fanden wir alle nicht so gut. Das Mädel ist aber auch mit Pimientos, Maiskolben, Grillkäse und Nudelsalat sehr zufrieden, was ich gut finde, weil mit dem Fleischersatz das ist ja immer so eine Sache. Entweder oder, finde ich.

Aber ich schweife ab…

Zu Würstchen gehört natürlich unbedingt Ketchup!!! Und da mich das immer schon genervt hat, dass so viel Zucker drin ist, habe ich einige Male welchen selber gekocht.

Das ist tatsächlich einfach und geht schnell, und viele Zutaten braucht man auch nicht. Er schmeckt natürlich nicht genau so wie normaler Ketchup sondern etwas gewürziger, aber bis jetzt mochten alle, die ihn probiert haben, sehr gerne.

Zutaten:
2 Schalotten
1 Knoblauchzehe
1 EL Öl
500 g passierte Tomaten
Salz und Pfeffer
Gewürze nach Wahl – entweder Curry und Ingwer oder ein paar italienische Kräuter, evtl. etwas gemahlener Chili

Schalotte und Knoblauch fein würfeln und im heißen Öl bei mittlerer Hitze glasig andünsten. Tomaten zufügen und 15 Minuten vor sich hin köcheln lassen.
Nach Geschmack würzen und evtl. nochmal kurz durchpürieren, damit der Ketchup noch etwas feiner wird.

Selbstgemachtes Kräuterbaguette

Der Sommer ist zurück in Hamburg – wie schön!
Überhaupt ist der Sommer ja dieses Jahr eine echte Granate. Wir haben schon jetzt gefühlt öfter gegrillt, als in den letzten drei Jahren zusammen.

Für mich ist das Wichtigste beim Grillen ja eigentlich nicht das Fleisch und die Würstchen, sondern die Beilagen: leckere Salate, gegrilltes Gemüse, Antipasti und natürlich Brot. Daran alleine könnte ich mich schon sattessen.

Die Kinder (und überhaupt viele Leute, wie ich festgestellt habe) essen total gerne Kräuter- oder Knoblauchbaguette. Ja genau, das fertige aus der Tüte – das gibt es auch bei uns hin und wieder 😉
Mir schmeckt das Brot aber immer zu intensiv und irgendwie zu künstlich. Ich finde, es hinterlässt so ein ähnliches Gefühl wie Chips.

Deswegen habe ich letzte Woche mal probiert, und ein Kräuterbaguette selber zu machen. Und es ist wirklich ganz toll geworden. Es schmeckt nicht ganz so intensiv wie das gekaufte, dafür aber viel frischer. Die einzelnen Kräuter kann man richtig rausschmecken. Und meins war auch nicht ganz so fettig wie das Fertigprodukt. Beim nächsten Mal will ich es unbedingt mal mit einem Vollkorn- oder Dinkelbaguette ausprobieren. Dann ist es schon fast richtig gesund.

Und – versprochen – der Arbeitsaufwand hält sich echt in Grenzen. In 10 Minuten ist alles fertig.

kräuterbaguette

Zutaten:
1 großes Baguette (ein fertiges vom Bäcker, kein Aufbackbaguette)
150 g weiche Butter
1 Handvoll frische Kräuter (Petersilie, Rosmarin, Thymian, Oregano… je nach Geschmack)
1 Knoblauchzehe
1 TL Zitronensaft
etwas abgeriebene Zitronenschale
Salz und Pfeffer

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen.
Das Baguette im Abstand von ca. 2 cm schräg einschneiden, aber nicht durchschneiden.
Die Butter mit dem Mixer kurz luftig aufschlagen. Knoblauch pressen und Kräuter fein hacken. Alles zur Butter fügen und gut durchrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Die Butter in die Baguettespalten streichen. Das Brot 5 Minuten im heißen Ofen backen. Fertig!

Ich habe für mein Baguette wahrscheinlich eher nur so 100 g gebraucht. Das müsst Ihr mal ausprobieren, wie es Euch am besten schmeckt. Den Rest kann man sich ja sonst auch wunderbar auf sein Steak streichen.

PS: Die frischen Kräuter auf dem Foto sind nur Deko…

Tatar zu Hause machen – so einfach gehts

BÄM – ein echtes Knallerrezept habe ich heute für Euch. Öh, also, zumindest für die Nicht-Vegetarier unter Euch.

Kennt Ihr das, wie man Ewigkeiten (in manchen Fällen sogar jahrelang) um bestimmte Gerichte herumschleicht und sich nicht traut sie selber zuzubereiten? Obwohl man sie wirklich gerne isst und schon oft im Restaurant bestellt hat… Mir würden da zum Beispiel Muscheln einfallen, oder (aus der gleichen Familie) Spaghetti Vongole, bayerischer Schweinsbraten oder auch Crème Brûlée.
Jetzt lasst mich nicht im Stich. Bitte sagt mir nicht, dass es nur mir so geht!

Ich habe erst vor ganz kurzem mein erstes Tatar zu Hause „gekocht“. Irgendwie hatte ich immer ein bisschen Respekt vor diesem ganzen rohen Fleisch und Ei und dem Feingehacke. Dabei habe ich es mir aber jedes Mal im Café Paris bestellt (die Hamburger wissen Bescheid, mmmmh). Als ich im Herbst auf der eat&style war, habe ich gesehen, dass Lucki Maurer dort einen Tatar-Workshop anbietet und mich direkt angemeldet.

Und siehe da, seitdem gibt es auch zuhause manchmal Tartar. Leeecker! Mein Co-Gastgeber ist sehr happy darüber.

tatar nah

Man rechnet übrigens als Hauptgericht 150g Fleisch pro Person. Ich schreibe Euch diese Menge also einfach mal auf. Dann könnt Ihr selber hochrechnen. Bei Kapern, Sardellen und Gurken ist man flexibel. Das kann man ganz nach Geschmack machen.

150 g Rinderfilet (oder Rinderhüfte, haben wir auf der eat&style auch genommen)
2 Cornichons
2 Sardellen
einige Kapern
1/2 Schalotte
1 TL Senf
1 TL Ketchup
nach Geschmack 1 TL Cognac
Salz, Pfeffer, Zucker
1 Eigelb (von einem Bio-Ei, Größe S)
etwas Schnittlauch

Das Fleisch erst in gaaanz dünne Scheiben und dann in ganz kleine Würfel schneiden. Schneiden, nicht hacken, sagt Lucki. Und auf keinen Fall den Fleischwolf benutzen, denn dann wird alles matschig.
Gurken, Sardellen, Kapern und Schalotte ebenfalls so klein schneiden, wie Ihr könnt. Kurz vor dem Essen vermengt Ihr dann alle Zutaten schön und würzt mit Salz, Pfeffer und Zucker.

Anrichten kann man entweder freestyle wie auf dem Foto, oder Ihr nehmt einen Dessertring zu Hilfe. Ganz zum Schluss eine kleine Kuhle oben in das Fleisch drücken und das Eigelb hineingleiten lassen. Mit Schnittlauchröllchen bestreuen.

Lucki hat bei dem Workshop übrigens einen für mich ganz entscheidenden Satz gesagt: das Fleisch kann man schon morgens klein schneiden, man darf es nur noch nicht würzen, da es sonst grau wird. Damit eignet sich Tatar also auch für Gäste. Morgens schnippeln, abends kurz vor dem Essen anrichten – so mag ich das.

Als Beilage eignen sich entweder geröstetes dunkles Brot/Sauerteigbrot oder POMMES und ein Salat. Ich sag ja – BÄM!

tatar pommes

Selbstgemachter Rotkohl wie von Oma

Selbstgemachter Rotkohl ist meine liebste Beilage für den Winter. Ein Glas aufzumachen ist zwar einfacher, aber die Mühe lohnt sich garantiert. Dieser Rotkohl ist nicht zu weich, etwas süßlich und fruchtig und deswegen die perfekte Begleitung zu Fleisch mit dunklen, würzigen Saucen – also Gulasch, Rouladen, Ente etc.

rotkohl

Zufälligerweise habe ich ein ganz wunderbares, einfaches Rezept für Wildschweingulasch auf dem Blog. Es stammt noch aus meinen Anfangstagen, und das Foto ist deshalb nicht so schön. Neulich habe ich es aber nochmal gekocht, und es schmeckt wirklich top. Meine Gäste waren so begeistert, dass leider nichts für ein neues Shooting übrig geblieben ist.

Aber wer sagt eigentlich, dass Rotkohl nur eine Nebenrolle spielen darf? Der ist so lecker, den esse ich gerne auch roh und ohne Fleisch. Wenn Ihr also einen großen Kopf Rotkohl erwischt habt und noch etwas übrig ist, dann könnt Ihr (als Ausgleich zur Schlemmerei) leckeren, frischen Salat daraus machen – entweder mit Granatapfel (zum Rezept hier klicken) oder ganz fruchtig á la Ottolenghi mit Mango und Papaya (dann bitte hier entlang).

Hier aber jetzt erstmal das Rezept für den geschmorten Rotkohl.

Zutaten (als Beilage) für 6 Personen:

1 Kopf Rotkohl (ca. 1 kg)
1 säuerlicher Apfel
2 Zwiebeln
2 EL Butterschmalz
2 Lorbeerblätter
2 Wacholderbeeren
2 Nelken
3-4 EL weißer Balsamico
1-2 TL Salz, Zucker
evtl. 3-4 EL Johannisbeergelee oder Preiselbeeren

Die äußeren Blätter von Rotkohl ablösen und wegwerfen. Den Kopf vierteln, den Strunk rausschneiden und den Kohl in ganz feine Streifen schneiden oder hobeln.
Die Zwiebeln und den Apfel schälen und in Würfel schneiden.
Schmalz in einem schweren Topf erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Rotkohl und Apfel zufügen, ebenso Lorbeerblätter, Wacholderbeeren und Nelken. Mit 100 ml Wasser ablöschen. Essig und Salz unterrühren und eine Stunde zugedeckt schmoren lassen. Ab und zu umrühren. Evtl. etwas Wasser nachgießen, damit der Kohl nicht anbrennt.
Zum Schluss mit Essig, Salz, Zucker und (je nach Geschmack mit Johannisbeergelee) abschmecken.

Schoko-Knuspermüsli

Wisst Ihr eigentlich, dass das hausgemachte Knuspermüsli das mit Abstand am meisten geklickte Rezept auf dem Blog ist? Obwohl das ja eigentlich streng genommen nur so ein halbes Gästerezept ist… Meistens frühstückt man ja doch nur im Kreis seiner Lieben, oder?
Was sagt mir das? Gefällt Euch vielleicht die Tatsache, dass man mit relativ wenig Aufwand zu Hause ein Produkt herstellen kann, dass dem gekauften überlegen ist (weil viel weniger Zucker…)? Trend „homemade“ und so?
Muss ich mein Konzept ändern?
Oder hat Euch das Foto besonders gut gefallen?

Anyway – es hat ja auch lange genug gedauert, aber heute bekommt Ihr ein weiteres Granolarezept von mir: die schokoladige Variante.

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Zutaten für 2 Backbleche:
500 g kernige Haferflocken
150-200 g Nüsse nach Wahl, grob gehackt
eine Handvoll gepuffter Amaranth oder Quinoa
70 g Zartbitterschokolade
80 ml Sonnenblumenöl
4 EL Honig

Den Backofen auf 140 Grad Umluft vorheizen.
Die Schokolade in einer kleinen Metallschüssel über dem heißen Wasserbad schmelzen. Öl und Honig zufügen und gründlich vermischen.
Alle Zutaten in einer großen Schüssel gut vermischen, so dass die Haferflocken gut befeuchtet sind. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen und die Mischung darauf verteilen. Für 20 Minuten in den Ofen schieben. Ich habe die Bleche nach 10 Minuten einmal gewechselt, damit alles gleichmäßig gebacken wird.
Den Ofen gegen Ende der Backzeit gut im Auge behalten, denn der Übergang von knusprig zu verbrannt geht relativ schnell, bzw. ist bei der dunklen Haferflockenmischung relativ schlecht zu erkennen.

Nicht wundern: wenn das Granola aus dem Ofen kommt, ist es noch weich. Es wird erst beim Abkühlen fest.

Mit etwas Quark und ein paar frischen Früchten (zum Beispiel jetzt gerade Erdbeeren) eignet sich das Granola gut für Brunch mit Freunden. Aber es schmeckt natürlich auch alleine in der Küche vor der Arbeit…

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PS: Ich habe nur 10% des Gesamtgewichtes an Schokolade genommen, so dass sich der Zuckergehalt verglichen mit Fertigprodukten sehr in Grenzen hält. Also kein schlechtes Gewissen!

Rhabarbersirup

Für Gin Tonic, für Sekt, auf Eis oder Pudding oder einfach nur als Schorle – Rhabarbersirup ist eine echte Allzweckwaffe und dabei ganz einfach gemacht.

Rhabarbersirup

Zutaten für etwa 500 ml:
1 kg Rhabarber ungeschält, also etwa 800 g geschält
350 g Zucker
Saft von 1 Zitrone
400 ml Wasser

Den Rhabarber in kleine Stückchen schneiden. Mit Zucker in einem großen Topf vermischen. Wasser und Zitronensaft zufügen.
Aufkochen, dann die Temperatur etwas herunterschalten und 10-15 Minuten köcheln lassen, bis der Rhabarber zerfallen ist. Etwas abkühlen lassen, ein feines Sieb mit einem Mulltuch auslegen. Dadurch den Rhabarber abgießen. In eine Flasche füllen und ab in den Kühlschrank damit.

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