Wie für mich der perfekte Abend mit Gästen aussieht – und ein Rezept für Lasagne Bolognese

Kennt Ihr den italienischen Begriff „tavolata“?

Macht nichts. Kannte ich bis letztes Wochenende auch nicht. Dann habe ich in der Wochenendbeilage der Süddeutschen Zeitung darüber gelesen:

Eine „tavolata“ – und diese improvisierte kulturhistorische Vorbemerkung muss schon sein – ist mehr als eine einfache Tischrunde, wie der Name es vermuten ließe. Vor allem aber ist sie kein ordinäres Gelage, nie. Wenn die Italiener zu einer „tavolata“ laden, dann ist das ein besonders schönes Versprechen, vielleicht das freundschaftlichste überhaupt. Ein langer Tisch, oft ein weißes Tischtuch, alle paar Armlängen eine Flasche Wein, beiderlei, auf die Etikette schaut niemand. Dazu viele Leute, viel Gelächter und Zeit. Das Essen? Es bedarf keiner Ankündigung: Antipasti, Primi, Secondi, Dolci – es passt dann schon. Über einer „tavolata“ weht immer ein Festgefühl, auch ohne vorangegangene Hochzeit oder Taufe. (Oliver Meiler, SZ vom 31.8.2018)

lasagne tisch

Hört sich großartig an in meinen Ohren. Um unseren Esstisch passen 10-12 Leute, und ich finde 10-12 Leute sind eine gute Größe für eine tavolata. Es sind genug Menschen, dass ordentlich Stimmung aufkommt und der Gesprächslärmpegel den der Musik übersteigt. Andererseits ist diese Größe auch noch dafür geeignet, sich mit Jedem mal in Ruhe zu unterhalten, ohne dass nur inhaltloser Smalltalk dabei herauskommt.

Die Lasagne ist das perfekte tavolata-Essen, weil sie so gut vorzubereiten ist, so dass auch die Gastgeber die große Runde genießen können. Ihr könnt vormittags komplett die beiden Saucen kochen und die Auflaufform einschichten, so dass sie nur noch 30 Minuten in den Ofen muss. So bleibt Zeit für einen schönen (von mir so geliebten) Aperitif.

lasagne teller

Zutaten für 6 Personen:

Bolognese:
3 EL Olivenöl
125 g Speckwürfel
1 kg gemischtes oder Rinderhackfleisch
2 Zwiebeln, gewürfelt
2 Knoblauchzehen, gewürfelt
1/8 l Rotwein (oder Brühe)
600 g passierte Tomaten
4 EL Tomatenmark
Salz, Pfeffer, Zucker
evtl. 3 Stängel Thymian

Béchamelsoße:
80 g Butter
80 g Mehl
1 l Milch
100 g frisch geriebener Parmesan
Salz, Pfeffer, Muskatnuss (möglichst frisch gerieben)

ca. 15 Lasagneblätter ohne Vorkochen (je nach Form)

Für die Bolognese:
Den Speck im heißen Öl anbraten. Das Hackfleisch zugeben und krümelig braten. Zwiebeln und Knoblauch zufügen und kurz mitbraten. Mit Rotwein bzw. Brühe ablöschen. Tomaten und Tomatenmark unterrühren. Mit Salz, Pfeffer und Thymian würzen und ca. 15 Minuten bei mittlerer Hitze schmoren. Nochmals mit Salz, Pfeffer und Zucker kräftig abschmecken.

Für die Béchamelsoße:
Die Butter in einem Topf zerlassen. Das Mehl zugeben und so lange rühren, bis eine glatte Masse entstanden ist. Hitze runterschalten, Milch zufügen und etwa 5 Minuten köcheln lassen, bis die Soße etwas eindickt. Die Hälfte des Parmesans unterrühren und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.

Den gefetteten Boden einer rechteckigen Form mit Lasagneblättern auslegen. Zuerst eine Lage Bolognese, dann eine Lage Béchamelsoße darauf geben. Danach wieder Lasagneblätter darauf legen und so weiter schichten, bis die Zutaten verbraucht sind. Ich höre eigentlich immer mit Lasagneblättern und Béchamelsoße auf, da das eine schöne Kruste gibt. Die Lasagneblätter gut mit der Soße bedecken, damit sie im Ofen weich werden.
Die Lasagne mit dem restlichen Parmesan bestreuen.

Im Backofen bei 200 Grad oder Umluft 180 Grad (vorgeheizt) etwa 25-30 Minuten backen.

lasagne anschnitt

Dazu Brot, Salat und ein gutes Glas Rotwein – und der Abend kann nur gut werden!

 

Resteessen: Italo-Steak-Burger

Diesen tollen Burger aus dem Kochbuch „Mediterraner Grillgenuss“ gab es neulich am Tag nach einem netten Grillevent mit Freunden, da noch zwei fertig gegrillte Steaks übrig waren. Das war mal eine ordentliche Resteverwertung.

burger mit steakstreifen

Zutaten für 4 Personen:
150-200 g Rucola
2 Tomaten
150 g Parmesan
2 Entrecotes (oder ähnliches)
4 Ciabatta oder Steinofen-Burgerbrötchen
Basilikum-Aioli

Basilikum-Aioli:
10 Blätter Basilikum
2 große Knoblauchzehen
Salz
2 Eigelbe
1 EL Zitronensaft
5 EL Pflanzenöl
5 EL Olivenöl

Rucola waschen und trocken schütteln, Tomaten in feine Scheiben schneiden. Parmesan mit einem Sparschäler ein feine Scheiben hobeln.

Die gegrillten Steaks in feine Streifen schneiden.

Basilikum, Knoblauch und eine Prise Salz in einem Mörser zu einer cremigen Paste zerstoßen. Die Eigelbe mit einem Schneebesen aufschlagen und Zitronensaft und die Basilikumpaste hinzufügen. Erst tröpfchenweie, dann in einem feinen Strahl das Öl hinzufügen und so lange kräftig mit dem Schneebesen rühren, bis eine cremige Masse entstanden ist.

Die untere Hälfte der Ciabatta-Buns mit Basilikum-Aioli bestreichen und mit Rucola und Tomaten belegen. Die Steakstreifen darauf verteilen und diese wieder mit etwas Aioli beträufeln. Parmesan auf dem Fleisch verteilen und den Brötchen-Deckel darauf legen.

PS: Wenn es schnell gehen muss, dann kann man für das Basilikum Aioli auch eine Abkürzung nehmen. Verrührt einfach etwas Majonäse mit einem Löffel grünem Pesto. Geht auch.

Essen wie im Restaurant – Vitello Tonnato

Bona sera ragazze! Packt die rot-weiß-karierte Tischdecke aus und stellt schon mal den vino kalt: mit dieser Vorspeise werdet Ihr Euch fühlen, wie in Eurem italienischen Lieblingsrestaurant! Antipasto ohne molto lavoro. Fantastico, oder?

vitello tonnato

Zutaten für 4 Personen:
400 g Kalbsrückensteak oder Kalbsfilet am Stück
Salz, Pfeffer
2 El Öl
195 g Tunfisch (aus der Dose)
100 g Vollmilchjoghurt
100 g Majonäse
20 g Schmand
2 TL Zitronensaft
80 g Kapern
3 Stiele Petersilie

Den Backofen auf 160 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Das Fleisch rundherum mit Salz und Pfeffer einreiben. Öl in einer Pfanne erhitzen und darin von allen Seiten anbraten. Fleisch aus der Pfanne nehmen, auf ein doppelt gefaltetes Stück Alufolie legen und darin einwickeln. Auf dem Rost auf der 2. Schiene von unten 25 Minuten garen. Aus dem Ofen nehmen. In der Folie 30 Minuten ruhen und abkühlen lassen.
Tunfisch in einem Sieb 10 Minuten abtropfen lassen. Dann in einem hohen Mixbecher mit Joghurt, Majonäse, Schmand, Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker, Zitronensaft und der Hälfte der Kapern mit 2-3 EL Kapernwasser (aus dem Glas) sehr fein pürieren. Nochmal abschmecken.
Petersilie fein hacken. Kalbfleisch in möglichst dünne Scheiben schneiden und leicht überlappend auf großen Tellern ausbreiten. Mit wenig Salz und Pfeffer würzen. Tunfischsauce darauf verteilen. Petersilie und die restlichen Kapern darüberstreuen.

Original italienisches Tiramisù

Würdet Ihr Euch am Wochenende auch gerne ein bisschen Italien-Feeling nach Hause holen? Sonne, ein bisschen Wein, dolce vita und so?

Probiert´s doch mal mit diesem Rezept für Tiramisù. Augen schließen, die Piazza vor dem geistigen Auge und dann genüsslich löffeln…

tiramisu neu

Zutaten für 4-6 Personen (je nachdem, was es vorher schon alles gab…)
etwa 180 ml starker Espresso
40 ml Amaretto
250 g Sahnequark
200 g Frischkäse
70 g Zucker
Löffelbisquits
Kakaopulver

Den Espresso mit Amaretto mischen und etwas abkühlen lassen.
Quark mit Frischkäse und Zucker zu einer glatten Masse verrühren.
Eine eckige Form (etwa 15×20 cm) mit Löffelbisquits auslegen. Mit der Kaffeemischung großzügig beträufeln, so dass die Kekse sich schön vollsaugen, aber kein Kaffee in der Form stehen bleibt.

Die Hälfte der Creme darüberstreichen.
Vorgang wiederholen.

Mindestens 2 Stunden kalt stellen, damit alles schön durchziehen kann. Es kann sogar über Nacht im Kühlschrank bleiben, d.h. man könnte es sogar schon am Vortag zubereiten.
Man kann dieses Tiramisù auch wunderbar in einer großen Form für viele Leute machen. Total unkompliziert.

Kurz vor dem Servieren mit reichlich Kakaopulver bestreuen.

Klassiker – Tomatensuppe

Wer schon länger meinen Blog liest, der weiß, dass ich ein Faible für Klassiker habe. Hier also ein neuer Beitrag aus der Reihe „einfach aber gut“.

tomatensuppe2

Zutaten für 4 Personen:

1 große Zwiebel
1 große Möhre
1 Knoblauchzehe
2 EL Olivenöl
1 große Dose geschälte Tomaten
400 ml Hühnerbrühe
ein Schuss Sahne
Salz, Pfeffer, Zucker
2-3 TL Balsamico-Essig

als Topping: Crème fraîche und Basilikum (oder Thymian oder Schnittlauch)

Die Zwiebel schälen und fein würfeln, dieMöhre ebenfalls schälen und grob reiben. Knoblauch fein hacken.
Olivenöl in einem Topf erhitzen, und das Gemüse bei mittlerer Temperatur glasig dünsten (etwa 10 Minuten). Nicht zu scharf anbraten – der Geschmack soll eher süßlich werden als mit vielen Röstaromen.
Tomaten (mit Saft) zufügen und 5 Minuten köcheln lassen. Dann die Hühnerbrühe zugeben und nochmals 5 Minuten köcheln.
Mit dem Pürierstab glatt pürieren.
Sahne und Essig zufügen und mit den Gewürzen abschmecken.

Als Topping zum Servieren etwas Crème fraîche glatt rühren und mit fein gehackten Kräutern nach Wahl vermischen.

Diese Suppe eignet sich mit etwas Ciabatta gut als Vorspeise.

Wenn Kinder mitessen, koche ich meistens noch ein paar kleine Nudeln extra, die sie sich untermischen können. Auch Fleischbällchen schmecken gut als Einlage, wenn es etwas gehaltvoller sein soll.

tomatensuppe

Weihnachtscantuccini

Cantuccini mag ich sehr gerne. Man kann sie in großen Mengen backen, da sie ewig halten. So hat man lange ein leckeres Naschi zum Nachmittagskaffee. Sie haben etwas Edles, so dass man sie gut verschenken kann. Und außerdem erinnern sie immer an den letzten Urlaub in Italien…

Für die Vorweihnachtszeit habe ich italienische Cantuccini neu interpretiert. Pistazien statt Mandeln, Schokolade und (natürlich) etwas Xmas-Flavour dank Lebkuchengewürz.

Aber von wegen ewig halten… Diese waren so schnell weg – ich bin froh, dass ich das Foto geschafft habe!

cantuccini

Zutaten für 1 Blech (etwa 40-50 Kekse)
120 g Zucker
etwas gemahlene Vanille
25 g Butter
2 Eier
220 g Mehl
30 g Kakaopulver
1/2 bis 1 TL Lebkuchengewürz (je nach gewünschter Intensität)
1 gestrichener Teelöffel Backpulver
1 Prise Salz
180 g Pistazien (oder Mandeln und Pistazien gemischt)

Zucker, Vanille, Butter und Eier kurz miteinander verrühren. Mehl, Kakao, Lebkuchengewürz, Backpulver und Salz mischen und unterrühren. Die Pistazien zugeben und zu einem glatten Teig verkneten.
3 Rollen (etwa 3 cm Durchmesser) formen, in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 1 Stunde kalt stellen.
Den Ofen auf 180 Grad (Ober-/Unterhitze) vorheizen, die Rollen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und 15 Minuten backen.
Das Blech aus dem Ofen nehmen und die Temperatur auf 140 Grad verringern. Die Rollen schräg in Scheiben schneiden (ca. 1 cm, Achtung, das bröckelt etwas) und weitere 25 Minuten backen.

PS: Die Pistazienkerne sollten weder geröstet noch gesalzen sein. Wenn Ihr Mandeln nehmt, dann blanchiert sie vorher und reibt die Haut ab. Das sieht hübscher aus und schmeckt feiner.

Dies ist mein Beitrag für das Weihnachtsevent bei Life is full of Goodies. Dort werden noch bis zum 6.12. süße Weihnachtsrezepte gesammelt. Neugierig? Dann klickt Euch rüber:
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Caponata

Dieses italienische Schmorgericht aus Tomaten und Oliven ist unglaublich vielseitig. Ich habe es zur letzten großen Grillrunde gemacht, weil es gut zu Fleisch passt. Es kann dort aber auch einen Salat ersetzen.
Gut geeignet ist es als Vorspeise zu einem italienischen Menü, und zu etwas geröstetem Weißbrot kann es sogar pur als leichtes Sommer-Abendessen dienen.
Und wenn etwas übrig bleibt, schmeckt es auch am nächsten (oder übernächsten) Tag noch gut, zum Beispiel auf einem Teller Nudeln oder Kartoffelstampf.

caponata2

Das besondere an diesem Gericht ist die Kombination der Aromen von süß, sauer und salzig. Da müsst Ihr beim Abschmecken etwas ausprobieren, wie es Euren Vorlieben entspricht.

Für eine große Portion (als Beilage zum Grillen für etwa 10 Personen) braucht Ihr:

3 Auberginen, in grobe Würfel geschnitten
4 EL Olivenöl
2 große Zwiebeln, in feine Ringe geschnitten
3 EL Zucker
1 TL Salz
100 ml Weißweinessig
6 Stangen Sellerie, in 1 cm breite Stückchen geschnitten
2 Dosen stückige Tomaten (á 400 g)
1 halbes Glas Kapern
50 g Oliven ohne Stein (schwarz sieht besser aus, grün geht aber auch), halbiert
30 g Pinienkerne
50 g Rosinen
Salz, Pfeffer
optional etwas glatte Petersilie, fein gehackt

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich brate nicht gerne Auberginen in der Pfanne an. Man braucht so viel Öl, und irgendwie kleben die Stücke dann doch fest… Ich bevorzuge den Backofen.
Also: Den Ofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit reichlich Olivenöl einpinseln, die Auberginenwürfel schön nebeneinander darauf verteilen und 20 Minuten im Ofen backen.

Parallel Olivenöl in einem großen Topf erhitzen (ich habe meine gusseiserne Wokpfanne genommen, das ging auch super) und die Zwiebeln mit Zucker und Salz bei mittlerer Hitze glasig braten. Den Essig dazugeben und etwas einkochen. Dann den Sellerie und die Tomaten zufügen.
Danach die Kapern, Oliven und Rosinen dazugeben.
Das Ganze etwa 15-20 Minuten bei mittlerer Hitze schmoren lassen, bis der Tomatensaft eingekocht ist. Jetzt kommen die Auberginen aus dem Ofen dazu.
Gebt den Aromen noch etwas Gelegenheit, sich gut zu vermischen. Abschmecken, fertig!