Wie fotografiert man Grünkohl?

Also, ich persönlich mag ja Rituale, aber das hier näher auszuführen, würde eindeutig zu weit führen.

Wichtig für Euch zu wissen ist vielleicht nur, dass wir jedes Jahr im Dezember bei uns zu Hause ein Grünkohlessen für die liebsten Nachbarn veranstalten.
Insgesamt ist dieser Abend absolut bodenständig – eine Partei bringt eine Flasche Sekt zum Anstoßen mit, eine weitere eine Kiste Bier, die nächste einen Nachtisch, und die alleinerziehende Mutti darf ohne alles kommen.

Im Laufe der letzten Jahre habe ich viel probiert und meinen Grünkohl immer weiter verbessert, so dass er kaum fett aber absolut aromatisch ist. Wobei ich ehrlicherweise zugeben muss, dass das (wie meistens) kein Hexenwerk ist und definitiv von den verwendeten Zutaten abhängt.
Nachdem ich zwei Jahre lang frischen Grünkohl in Beuteln auf dem Markt gekauft habe, bekam ich von einem befreundeten Koch die Empfehlung, es doch mal mit „Lüders aus der Dose“ zu versuchen.
Ich muss Euch hier unbedingt ein Foto von der Dose zeigen! Das es so etwas überhaupt noch gibt…
lüders

Dafür ist der Inhalt einfach super. Der Grünkohl ist total naturbelassen – man spart sich einfach nur das Putzen und vorkochen (was bei größeren Mengen ja nicht unerheblich ist).

Eine kleine Dose (800g) reicht für 3 Personen, eine große (1200g) für 4-5. Dazu plane ich für jeden ein Würstchen (plus zwei Stück Reserve) und ein Stück Kasseler.
Die Würstchen nennen sich in Hamburg Kochwürstchen und sind rohe Mettwürstchen. Etwas in der Art sollte ja in jeder Gegend zu finden sein. Beim Kasseler kaufe ich relativ magere Scheiben am Knochen (bei unserem Metzger heißt das Kabonade).
grünkohl

50 g Butterschmalz
1 große Zwiebel
800 g Grünkohl
etwas Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer, Senf

Das Butterschmalz in einem schweren, breiten Topf zerlassen, Zwiebel in mittelgroße Würfel schneiden und andünsten. Dann den Grünkohl zufügen. Der kommt fest zusammengedrückt aus der Dose („stramme Packung“, steht ja drauf…), so dass Ihr ihn gründlich auseinanderziehen müsst. Ebenfalls kurz andünsten und dann ca. 50 ml Gemüsebrühe zugießen, so dass der Kohl in seinem eigenen Dampf schön garen kann.
Insgesamt sollte der Grünkohl 45 min vor sich hin schmoren. Die Würstchen steche ich mit einer Gabel mehrmals ein und füge sie nach 15 min hinzu. Der Kasseler kommt weitere 15 min später dazu, damit er nicht trocken wird.
Zwischendurch immer mal wieder umrühren, damit nichts anbrennt.
Zum Schluss (die Flüssigkeit sollte jetzt verkocht/aufgesogen sein) fügt ihr 1 TL Salz, frisch gemahlenen Pfeffer und 1 EL Senf hinzu.

Ach so, die Kartoffeln…
Wenn Ihr oben richtig mitgezählt habt, wisst Ihr jetzt, dass wir an dem Abend meistens zu neunt sind. Ich mag zwar Bratkartoffeln zu Grünkohl, aber für so viele Leute GUTE hinzukriegen ist schwierig. Deswegen mache ich Ofenkartoffeln. Dazu würfele ich einfach die benötigte Menge, vermische sie in einer Schüssel mit Olivenöl und Salz und packe sie auf zwei Backbleche. Bei 170 Grad Umluft brauchen sie ca. 40 min bis sie schön knusprig sind. Wenn Ihr den Ofen also anschmeißt, wenn der Besuch gerade angekommen ist, dann habt Ihr gerade passend Zeit für einen Aperitif.
Unsere Gäste mögen die Variante sehr gern – die Kartoffeln sind schön knackig (ein guter Kontrast zum Kohl), und Fett hat man auch noch gespart.

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Ein Gedanke zu “Wie fotografiert man Grünkohl?

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